Europäische Zentralbank (EZB) in 3 Minuten erklärt

Published: 17 March 2015
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Was macht eigentlich die Europäische Zentralbank hinter der Fassade ihres schicken neuen Towers? Was sind ihre Aufgaben, Ziele und Werkzeuge? Antworten auf diese Fragen gibt's in diesem Erklärvideo.

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Die Europäische Zentralbank – EZB – war in letzter Zeit viel in den Medien und das nicht nur, weil sie jetzt in ihren schicken neuen Büroturm gezogen ist. Aber was ist die EZB eigentlich und was macht sie?
Die Europäische Zentralbank ist die Zentralbank des Euroraumes, also der Länder, in denen mit Euro bezahlt wird. Sie ist zuständig für die Kontrolle des europäischen Bankensystems und die Regulierung der Geldmenge. Die EZB ist unabhängig und untersteht keiner politischen Kontrolle, nur ihr Ziel ist von der EU vorgegeben.

Die EZB hat ziemlich genau eineinhalb Ziele, nämlich Preisstabilität und Wirtschaftswachstum. Das Hauptziel ist die Preisstabilität. Damit ist gemeint, dass die Preise in den Euroländern nicht unkontrolliert steigen oder fallen, sondern nach Möglichkeit jedes Jahr um etwa 2% steigen. Diesen Preisanstieg nennt man Inflation. Der stetige leichte Preisanstieg ist wichtig, denn bei fallenden Preisen werden Investitionen immer weiter in die Zukunft verschoben, weil auf noch niedrigere Preise spekuliert wird – die Wirtschaft schrumpft, weil weniger gekauft wird. Wenn es mit dem Ziel der Preisstabilität vereinbar ist, unterstützt die EZB als Nebenziel auch das gleichmäßige Wachstum der europäischen Wirtschaft.

Die EZB hat verschiedene Werkzeuge, mit denen sie für Preisstabilität und Wirtschaftswachstum sorgen kann. Ein paar wollen wir jetzt kurz vorstellen:
Das wichtigste Werkzeug ist der Leitzins. Momentan ist der Leitzins sehr niedrig. Das bedeutet, dass sich Banken sehr günstig Geld bei der EZB leihen können. Wenn sie deshalb mehr Geld bei ihr leihen und es günstig an andere Banken und ihre Kunden weitergeben, die es dann investieren, kurbelt das die Wirtschaft an. Durch die höhere Nachfrage steigen dann auch die Preise.

Ähnlich wie der Leitzins wirkt der Einlagezins. Alle Banken haben die Möglichkeit, überschüssiges Geld bei der EZB zu lagern. Normalerweise wird das Geld wie auf einem normalen Konto verzinst. Im Moment aber zahlen die Banken sogar einen Strafzins. Das heißt: Statt Zinsen auf ihr Guthaben zu bekommen, müssen sie für die Einlage sogar bezahlen. Damit möchte die EZB verhindern, dass Banken ihr Kapital sicher bei ihr „parken“, statt es mit einem gewissen Risiko zu verleihen.

Normalerweise benutzt die EZB nur die Zinsen als Werkzeug. Der Leitzins ist momentan aber schon nahe Null und trotzdem gibt es wenig Inflation und Wachstum. Eine weitere Senkung ist kaum möglich, deswegen hat die EZB im Januar 2015 beschlossen, mehr Geld in den Umlauf zu bringen. Dafür kauft sie mit „neu gedrucktem“ Geld den Banken Staatsanleihen, also Kredite an Staaten ab. Wenn mehr Geld im Umlauf ist, kann mehr investiert werden. Gleichzeitig ist der einzelne Euro weniger wert. Das soll nach dem Plan der EZB zu Preissteigerungen und zu mehr Wachstum führen.

Damit endet auch unser kurzer Ausflug in die Welt der EZB. Also: Hinter der Fassade des neuen EZB-Turms geht es vor allem um Preisstabilität und Wirtschaftswachstum.


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